Innovation entsteht aus Dynamik.

  Denn nur wer handelt,

  bewegt auch etwas:
BIKAR-METALLE

   Willkommen in der Welt der Metalle.  
  

  IHK SIEGEN - WIRTSCHAFTSREPORT 6/07
  FAMILIENUNTERNEHMEN
  Die Welt der METALLE


"Stillstand ist gleichbedeutend mit Rückschritt, daher sehen wir Investitionen als Fortschritt und Weiterentwicklung", erklärt Claudia Bikar. Und die junge Frau weiß wovon sie spricht. Permanentes Investieren in neue Technologien im Bereich Maschinenpark, Supply Chain und Logistik ist für die Bikar Metalle GmbH in Bad Berleburg-Raumland ein Muss und gleichzeitig Garant für den Erfolg des Familienunternehmens, das bereits in der dritten Generation besteht.

BIKAR-METALLE GmbH ::: ZuschnittzentrumBIKAR-METALLE GmbH ::: Zuschnittzentrum

1963 von Radomir Bikar und seiner Frau Luise als Metallhalbzeughandel gegründet, steht die Firma mittlerweile unter Führung der beiden Söhne Aleksandar und Konstantin. Das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen im Handel, dem Zuschneiden und Anarbeiten hochwertiger Metalle. "Gleichbleibend hohe Qualität, Termintreue sowie der ständige Blick nach vorn, waren und sind ausschlaggebende Faktoren in unserem Haus", erläutert Claudia Bikar, die Tochter von Aleksandar Bikar. "Laufend neue Investitionen in den Bereichen Lagerbestand, Maschinenpark, Kommunikationstechnik und EDV sorgen heute für eine reibungslose und vorbildliche Auftragsabwicklung."

BIKAR-METALLE GmbH ::: Werk II - Zuschnittzentrum

Hightech in den Produktionshallen

Hightech in den Bad Berleburger-Produktionshallen ist unterteilt in den Press- und Ziehbereich (Werk 1), den Walzbereich (Werk 2) und den Gussbereich in Werk 3. Betritt man die Werkshallen so scheint die Produktion sich nahezu wie von Geisterhand zu bewegen. Die Maschinen von Bikar leisten erstaunliche Akkordarbeit. Die rund 100 Beschäftigten arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Vollauslastung eben. Es "brummt" in dem Wittgensteiner Unternehmen. Allein im vergangenen Jahr wurden hier 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Neue Hochgeschwindigkeits- und Präzisionssägen sind im ständigen Einsatz und werden alle fünf Jahre ausgetauscht, um immer auf die neueste Maschinentechnologie zurückgreifen zu können. "Dies spiegelt sich nicht zuletzt in Qualität und Lieferschnelligkeit wider", meint Claudia Bikar. "Dennoch sind unser größtes Kapital die Mitarbeiter, ohne deren Mitwirken wir die gesetzten Ziele nicht erreichen könnten."

BIKAR-METALLE GmbH ::: HochregallagerBIKAR-METALLE GmbH ::: Hochregallager

In einem Hightech-Hochregal-Lager mit einer Gesamtkapazität von 9.500 Tonnen führt ein Hochleistungs-Regalbediengerät die entsprechend zu bearbeitenden Materialien ein und aus. Der gesamte Logistikprozess geschieht allein über ein hauseigenes Computerprogramm, welches unter anderem das Verfolgen von Material zu jedem Prozess-Schritt ermöglicht. Das Regalbediengerät transportiert das Material über Kassetten direkt an die Sägen, wo es von Vakuum-Saugern oberflächenschonend auf die Maschinen gehoben wird. So haben Aleksandar und Konstantin Bikar in Zusammenarbeit mit der August Mössner GmbH & Co. KG aus Eschach zum Beispiel eine circa 36 Meter lange Säge konstruiert, auf der Aluminium-Gussblöcke mit den Maßen 4200 x 2300 x 1200 Millimeter auf fast jedes Kundenwunschmaß zugesägt werden können. Anschließend kommissioniert ein Manipulator automatisch die geschnittenen Blöcke nach Kundenauftrag. Die Späne, die bei der Arbeit entstehen, werden über ein Absaugsystem von der Säge entfernt und nach verschiedenen Legierungen sortiert. Bei einigen Werken erfolgt anschließend ein Einschmelzen, um so auch die Reste wieder dem Materialkreislauf zuzuführen und umweltschonend zu agieren.

"Bikar Metalle hat sich auf Nicht-Eisen-Metalle und Kunststoffe spezialisiert - unter dem Motto 'Alles aus einer Hand'", geht Claudia Bikar im Gespräch mit dem WIRTSCHAFTSREPORT ins Detail. Aluminium als Hauptschwerpunkt, daneben Kupfer, Messing, Rotguss, Bronze, Kunststoffe und andere Sonderwerkstoffe. Das Produktspektrum ist groß. Rund 13.000 Artikel beherbergen die Lager des Halbzeughändlers. Bleche, Platten und Zuschnitte aber auch Stangen, Zeichnungsteile oder Profile in jeglichen Formen gehören zum Portofolio. "Zu einem ständig wachsenden Anteil verlassen Halbfertigprodukte unsere Werkshallen", erläutert die 27-Jährige. "Das sind größtenteils Zuschnitte hoher Maßhaltigkeit, die geringeren Aufwand in der Weiterverarbeitung und weniger Abfall verursachen. So ist die Erzeugung von Ronden und Ringen in allen möglichen Dimensionen in einem breiten Werkstoff- und Dickenspektrum ein Standardangebot." Geliefert werden alle Mengen: Von kleinen Abschnitten einer Bronzestange, aus der der Schlosser eine Lagerbuchse drehen will, bis hin zu kundenspezifischen Großaufträgen, die einen beträchtlichen Unternehmensumsatz ausmachen.

Gegliedert sind die verschiedenen Geschäftszweige in den Gussbereich, die Walzprodukte sowie in Press- und Ziehprodukte. Die wichtigsten Kunden der Bad Berleburger Firma sind der Formen- und Modellbau, der Werkzeugbau sowie der Maschinen- und Anlagenbau aber auch die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie. Der Exportanteil liegt bei circa 30 Prozent und umfasst alle Teile der Welt. Bereits 1999 gründete das Wittgensteiner Unternehmen eine Niederlassung mit Verwaltung, Lager und Zuschnittzentrum in Singapur, um direkt am asiatischen Markt präsent zu sein. "Im letzten Jahr haben wir für diese Niederlassung die Luftfahrtzulassung erhalten und können nun auch in diesem Bereich unsere Dienste anbieten", meint Claudia Bikar.

    
Claudia Bikar
"Gleichbleibend hohe Qualität,
Termintreue sowie der ständige Blick nach vorn, waren und sind ausschlaggebende Faktoren in unserem Haus", erläutert Claudia Bikar.

Stillstand bedeutet Rückschritt

Betritt man die Werkshallen so scheint die Produktion sich nahezu wie von Geisterhand zu bewegen.Da Stillstand Rückschritt bedeutet, befindet sich das Familienunternehmen auf Expansionskurs. Nach dem Erwerb eines dritten Werkes im Jahr 2005 wurden erst im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro in ein zusätzliches Sägezentrum für den Gussbereich investiert, da alle vorhandenen Kapazitäten mehr als voll ausgeschöpft waren. Dieses Jahr fließen weitere 1,5 Millionen in eine neue Kreis- und Bandsäge, die ebenfalls für den Gussbereich bestimmt sind. "Ein zusätzlicher Fokus liegt auf der weiteren Durchdringung des gesamten Unternehmens mit automatisierten Abläufen, um die Auftragszeiten noch weiter zu senken", so Claudia Bikar. "Das über Jahre, mit eigenen Programmierern entwickelte IT-System, das vom Vertrieb über die Lagerwirtschaft bis zur Anbindung jeder einzelnen Maschine reicht, wird permanent weiterentwickelt, um Abläufe zu optimieren und letztendlich noch schneller und kostengünstiger zu gestalten." Es tut sich was in der Firma. Neu ist ebenso eine Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, mit dem gemeinsam das Produkt bikey® (www.bikey.com) entwickelt wurde. Eine flexible, auf Transponder-Technologie basierende Fahrradgarage, die erstmals dem Betreiber die Möglichkeit bietet, rund um die Uhr eine Fahrradbox mehrfach zu vermieten. Die Fahrradgaragen sind bereits an den Bahnhöfen Bottrop, Grevenbroich und Witten stationiert. "Blaue Boxen beherbergen die von Kunden mitgebrachten eigenen Drahtesel. Aus den roten Fahrradgaragen können bikey-Leihfahrräder entnommen werden", erläutert Claudia Bikar das System. "Interessant ist das Angebot insbesondere für Städte, Kommunen und Flughäfen aber natürlich auch für die Industrie, Vergnügungsparks oder Bike-Arenen."

Die Maschinen von Bikar leisten erstaunliche Akkordarbeit. Die rund 100 Beschäftigten arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr.Es 'brummt' in dem Wittgensteiner Unternehmen. Allein im vergangenen Jahr wurden hier 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

 

  Quellennachweis


Das Text- und Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der Industrie- und Handelskammer Siegen
zur Verfügung gestellt.

Fotos:
Carsten Schmale

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